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Curtain Call
Hannah Bohnen,
11 April - 30 Mai 2026
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Curtain Call: Hannah Bohnen

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Curtain Call, 2026, Hannah Bohnen, Fotos by Edward Greiner
Curtain Call, 2026, Hannah Bohnen, Fotos by Edward Greiner

Dancing before a Curtain Call

 

Vor etwas mehr als fünf Jahren zog ich in ein Atelier im Berliner Stadtteil Schöneberg, in den Hof eines Gebäudes in der Kolonnenstraße, in dem Birken, Linden und vereinzelte wilde Brombeeren wachsen. Hannah Bohnen und ich begegneten uns in diesem Atelier an einem frühen Frühlingsmorgen.

In meiner Erinnerung schien das Sonnenlicht zaghaft durch die opaken Fenster von Linus Rauchs Atelier, die von einer feinen Staubschicht überzogen waren. Die Strahlen tanzten auf den Ziegeln der alten Sattlerei, die uns als Atelier diente. Wir schenken uns einen Kaffee ein und steigen, nachdem wir ein paar Worte zu dritt gewechselt haben, die Leiter hinauf, die zu meinem Atelier im oberen Stockwerk führt. Hannah wirkt auf mich wie ein Vogel. Leicht und beweglich durchquert sie den Raum, als wäre der Boden eine Eisfläche, die zum Sich-im-Kreis-Drehen und der Suche nach Gleichgewicht einlädt. Wir sprechen über Bewegung und Tanz. Hannah erzählt mir von ihrer Ausbildung als Tänzerin und von ihrem abrupten Abbruch im Alter von vierzehn Jahren. Heute findet sie im Prozess der Entstehung ihrer Arbeiten wieder zu dem Verhältnis von Körperbewegung und der Disziplin zurück, die sie als Kind erfahren hat.

 

Auf die Besiegelung unserer Freundschaft folgen zahlreiche Gelegenheiten zur Zusammenarbeit. Interfaces, or those who caress the surface ist die erste Ausstellung, die ich organisiere und an der Hannah teilnimmt. Die ersten Arbeiten, die sie mir zeigt, sind Holzpaneele mit einer reflektierenden, Emailleartigen Oberfläche, in die Scans von Bewegungen ihres Bruders beim Geigenspiel graviert sind. Diese Werkgruppe wird später Teil mehrerer Performances sein, bei denen die Paneele mit den in sie eingravierten Bewegungen wiederum der Inszenierung von Philipp Bohnens Aufführungen dienen werden. Hannah Bohnen nimmt außerdem an beiden Teilen der Ausstellung Off Water teil, die wir in Berlin und Paris zum Thema Fluidität präsentieren. In diesen beiden Ausstellungen zeigt die Künstlerin Skulpturen aus mit Gips verfestigtem Schaumstoff. Sie strukturiert den Raum mit Knoten und Draperien, die sich ausdehnen und in sich zurückfalten. Diese Werke entziehen sich jeder Kategorisierung: weich in ihrer Erscheinung vermitteln sie ein Gefühl der Entspannung. Diese Plastizität verbirgt ihre Festigkeit, in der die Bewegung des Materials erstarrt ist. Wenn wir darüber sprechen, betont Hannah die Bedeutung des Entstehungsprozesses. Er ist ebenso entscheidend wie die endgültige Form der Skulptur. In Wasser getaucht wird das Material schwer - sehr schwer - und Hannah hebt es, bringt es zum Schwingen und formt es auf Armlänge in einer Bewegung, die ihren ganzen Körper einbezieht. Die Skulpturen sind wie Abgüsse. Sie schmiegen sich an die Form ihres Körpers an, verlängern und stützen ihn, fixieren Bewegung, reißen unter dem Gewicht der Arbeit, bis sie eine endgültige Form finden. Auf dem Boden liegend oder aufgehängt sind sie die Spuren der Anstrengung, die die Grenzen des Materials ausgelotet hat, aus dem sie bestehen. In jüngerer Zeit hat die Künstlerin diese Methode auf das Medium Porzellan übertragen. Diese neuen Skulpturen verstärken die Spannung zwischen visueller Weichheit, Fragilität und Festigkeit, die ihre Arbeit kennzeichnet.

 

An einem Morgen im vergangenen Februar besuche ich Hannah in ihrem neuen Atelier in Lichtenberg. Sie arbeitet an einer Serie von Porzellanskulpturen und experimentiert mit neuen Bewegungen auf Leinwand. Während sie durch ihr Atelier tanzt und mir von ihren aktuellen Recherchen erzählt, beginnen wir ein Gespräch über unsere sich wandelnden, beweglichen, starken und zugleich fragilen, lebendigen Körper. Ich erzähle ihr von Yvonne Rainers Tagebuch, das ich gerade lese, Feelings are facts, a life. Hannah Bohnen sucht den Bruchpunkt der Materialien, mit denen sie arbeitet, so wie die Tänzerin die Grenzen ihres Körpers auslotet. Die unablässige und wiederholte Praxis derselben Übungen ist die conditio sine qua non jeder sportlichen Praxis, und die Künstlerin nähert sich der Kunst so, wie sie den Tanz auf hohem Niveau betrieben hat. Die Abschlussarbeit, die sie für ihr Studium vorlegte, hatte das Thema Muskelgedächtnis zum Gegenstand. Die Muskeln der Künstlerin erinnern sich, und ihr gesamter Körper spiegelt sich in den Werken wider, aus denen sich die von ihr inszenierten Ausstellungen zusammensetzen. Für ihre kommende Ausstellung entwickelt sie eine Reihe großformatiger Stahlplatten, die, wie sie sie nennt, als Flügel die Besucher:innen durch den Galerieraum führen. Der Kontrast zwischen den Stahlplatten und den Glasskulpturen ist dabei zugleich Widerstand und die Auflösung von Spannung. Als ich das Atelier im Schnee verlasse, erhalte ich eine Nachricht von Hannah mit einem Zitat von Samuel Beckett: „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“ Ich denke an unser Verhältnis zu Ausdauer und Wiederholung, jeden Tag im Atelier. Ich denke an Hannah Bohnens Arbeiten, die sich mit Kraft und Beharrlichkeit in einer schlanken Bewegung bis zur Erschöpfung entfalten. Und ich denke an die Auflösung, die sich wenige Takte vor dem Zusammenbruch vollzieht, wenn die Spannung nachlässt – kurz vor dem Schlussapplaus.

 

Alizée Gazeau

 

 

Unser Besonderer Dank gilt der Heinrich Schütt KG GmbH & Co. für die wertvolle Unterstützung dieser Ausstellung.

Künstler

  • Hannah Bohnen

    Hannah Bohnen

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